Grundregel des Obstbauschnittes
Grundregel 1:
Starker Schnitt bedeutet starkes Wachstum
und umgekehrt.
Wird viel Blattmasse entfernt, sinkt das das Gleichgewicht inzwischen Blattmasse und Wurzeln. Da die Wurzeln im Sommer mehr Nährstoffe aus dem Boden transportieren als Blattmasse vorhanden ist, kommt es zum Astwachstum.
Grundregel 2:
Weniger, große Wunden.
Weniger, größere Schnitteingriffe sind besser als viele, kleine Wunden.
Senkrechte Schnitte sind besser als Waagerechte.
Oberast-wunden vermeiden, da hier Feuchtigkeit eintreten kann, was zu Pilzwachstum führen kann.
Grundregeln 3:
3 oder 4 starke Hauptäste
Das Wachstum der Spitze soll begrenzt werden- Die Hauptäste sollten gleich stark oder sogar stärker als der Stamm sein, also muss der Stamm im Wachstum begrenzt werden. Der höchste Punkt des Hauptstamms sollte 30 - 45 Grad über den höchsten Punkt der Hauptäste stehen (Fruchtwaage)
Grundregeln 4:
Fruchtäste ausbilden
Waagerecht wachsende Äste bilden Früchte, daher sollten die Fruchtäste waagerecht gebunden werden.
Grundregel 5
Störende Triebe entfernen
Alles entfernen was nach innen wächst,
Wassertriebe möglichst zur Seite oder nach Außen leiten
Konkurrenztriebe, die sich gegenseitig Licht wegnehmen
Herunterhängende Äste und
Quirlholz entfernen


Gerade bei alten Bäumen können nicht alle Grundregeln gleichzeitig beherzigt werden, da sie sich teilweise widersprechen. Hier ist Erfahrung gefragt. Im Zweifelsfall ist es besser, weniger Ertrag zu haben als den Baum zu gefährden.

Wundbehandlung
Bei größeren Wunden, also wenn größere Äste abgesägt werden, empfiehlt sich eine Wundbehandlung, damit eindringende Feuchtigkeit keine Krankheiten und Pilzinfektionen verursacht. Der Schritt muss glatt sein. Die Rinde muss sich schließen können, (Saftfluss) Dazu werden die Wundränder mit einem Messer oder mit der Säge glatt abgesägt. Wunden heilen besser im Sommer, wenn der Bast durchblutet ist.
Somit große Wunden mit Wundbehandlung versorgen und oder im Sommer (nach)schneiden.

So soll es möglichst nicht aussehen.
Große Wunde im Winter geschnitten, schlecht verheilt und mit Pilz überwuchert. Derartiges passiert nicht, wenn man im Sommer schneidet und die Wunde behandelt.